Bautzen - Bürgerforum zur Westtangente
12.11.2009 von Jörg Stephan
Rund 80 interessierte Bautzener folgten am Dienstagabend der Einladung vom Bürger-Bündnis-Bautzen in den Saal der Kreiswerke Bautzen Wasserversorgung GmbH, um sich in einem Bürgerforum über den Bau der Westtangente, sowie den Tunnel an der Daimlerstraße zu informieren. Anwesend waren unter anderem Herr Plath von der Wohnungsbaugenossenschaft Einheit Bautzen, Frau Fahland, Herr Becker sowie Herr Dr. Kleinhans von der Projektmanagementgesellschaft Deges aus Berlin und Stadtrat Steffen Tech, der dieses Bürgerforum moderierte. Nachdem Herr Dr. Kleinhans anhand einiger Zahlen und Fotos die Eckdaten zum Bauverlauf genannt hatte, konnten die Bürger ihre Fragen stellen. Wichtigstes Anliegen der Bürger während der Bauphase ist die zu erwartende Lärmbelastung sowie die Erreichbarkeit der Wohnungen, Gärten und natürlich des Kindergartens. Frau Fahland versicherte, dass alles unternommen wird, um die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten und dass zwischen 20 bis 6 Uhr lärmintensive Arbeiten unterbleiben. Trotzdem mahnte sie falsche Hoffnungen zu hegen, da es sich hierbei um eine Großbaustelle handele und auch leisere Geräusche auf Dauer nerven können. Als Vergleich wurde der Nachbar genannt, welcher täglich seinen Rasenmäher in Betrieb hat. Mietminderung kann jeder Anwohner bei seinem Vermieter beantragen, aber Herr Plath wies auch darauf hin, dass der Vermieter dadurch geschädigt wird, da er diesen Verlust selbst nirgendwo geltend machen kann. Der Kindergarten ist jederzeit erreichbar und die Beete in der Gartenanlage "Abendsonne" können definitiv noch bis zum Herbst 2010 bestellt werden. Lobend wurde die gute Zusammenarbeit zwischen der Projektgesellschaft und den Bautzener Versorgungsunternehmen genannt, weshalb die Bauherren davon ausgehen, den Zeitplan zu schaffen. Im ersten Bauabschnitt bis Ende 2010 soll die Brücke am Schmoler Weg, sowie eine Verbindung zur Schliebenstraße gebaut werden. Sobald die Eisenbahnbrücke der Strecke Dresden - Görlitz im Juli 2010 fertig ist, beginnen die Tunnelarbeiten aus Richtung dieser Brücke bis zur B6 und in dem Teilstück ab B6 bis Schmoler Weg. Die B6 selbst wird erst gesperrt, sobald eine Umleitung eingerichtet ist. Der zweispurige Tunnel wird nicht mit herkömmlichen Beton, sondern mit Faserbeton errichtet werden, da dieser im Brandfall stabiler ist und über Abgasfilter verfügen, zu denen derzeit noch keine genauen Angaben gemacht werden können. Mit Sorge betrachten viele Bürger auch die Bebauung der Spreewiesen und hätten sich als Kompromiss eine Flutbrücke durch dieses Gelände gewünscht um gegen mögliche Hochwasser gerüstet zu sein. Diese wird es nicht geben, statt dessen ist eine Kreuzung an der Neustädter Strasse geplant und erst ab dort eine Brücke über die Spree.
Offen blieb, ob die Daimlerstraße zum Wohn- oder angrenzenden Gewerbegebiet gehört, da es zwischen beiden Gebieten unterschiedliche Lärmgrenzwerte gibt.
Am 24. und 25.11.2009 können in der Stadtbibliothek die Baupläne eingesehen werden, damit sich jeder Anwohner selbst ein Bild machen kann, wie stark das eigene Grundstück betroffen ist. Ein weiteres Bürgerforum zum Thema ist im Frühjahr 2010 geplant, der genauer Termin wird noch bekannt gegeben.
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