Nieder Seifersdorf

2 Verletzte nach Geisterfahrerunfall

13.05.2017 von LN

Am Freitagabend ist ein „Geisterfahrer“ auf der BAB 4 in der Nähe des Autobahntunnels Königshainer Berge mit zwei entgegenkommenden Autos zusammengestoßen. Dabei verletzte sich der 64-jährige Unfallverursacher leicht. Der Mann war ursprünglich in Richtung Görlitz gereist und hatte auf dem Parkplatz Wiesaer Forst bei Kodersdorf eine kurze Pause eingelegt. Von dort war er mit seinem Audi A 4 allerdings entgegen der erlaubten Fahrtrichtung wieder auf die Autobahn aufgefahren. 

Der Wagen passierte als „Geisterfahrer“ die zweispurige Tunnelröhre ohne Kollision, obwohl ihm im dichten Reiseverkehr in Richtung polnische Republik etliche Autos und Lkw entgegenkamen. Nachdem der Audi den Tunnel verlassen hatte, fuhr er noch etwa einen Kilometer weiter, bevor er seitlich einen Citroen C 5 und danach einen VW Sharan streifte. Beide Autos waren mit jeweils drei Insassen besetzt. Infolge der Kollision erlitt der 55 Jahre alte Fahrer des Volkswagen leichte Verletzungen. Die fünf anderen Männer im Alter von 21 bis 48 Jahren kamen mit dem Schrecken davon. 

Der 64-jährige Unfallverursacher lenkte seinen Audi noch einige hundert Meter weiter, bevor die schwarze Limousine in die Mittelleitplanke krachte und dort liegen blieb. Der Mann hatte leichte Verletzungen erlitten, lehnte eine medizinische Versorgung allerdings ab. Ein Atemalkoholtest und auch ein Drogenschnelltest zeigten keine Auffälligkeiten. 

Die Freiwilligen Ortsfeuerwehren aus Nieder Seifersdorf und Jänkendorf unterstützten die Einsatzmaßnahmen. Die rund 15 Kameraden kümmerten sich an den Unfallstellen unter anderem um auslaufende Betriebsstoffe der beteiligten Fahrzeuge. Die Autobahnpolizei sperrte die BAB 4 in Fahrtrichtung Görlitz zur Unfallaufnahme und Bergung der liegengebliebenen Autos, die letzte freie Anschlussstelle war Nieder Seifersdorf. Von dort wurde der Verkehr über Niesky und die B 115 zur Anschlussstelle Kodersdorf umgeleitet. 

Der Audi erlitt Totalschaden, auch der beteiligte VW Sharan war von der Kollision gezeichnet. Die beiden Pkw wurden abgeschleppt. Der dritte Wagen konnte seine Reise aus eigener Kraft fortsetzten. Der Unfallschaden betrug nach ersten vorsichtigen Schätzungen mehr als 10.000 Euro. 

Der Verkehrsunfalldienst der Polizeidirektion führt die weiteren Ermittlungen zum Vorwurf der Gefährdung des Straßenverkehrs. Die Beamten stellten die Fahrerlaubnis des 64-jährigen Unfallverursachers auf Weisung der Staatsanwaltschaft Görlitz sicher. Die Autobahn wurde gegen 21:00 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.