Bautzen

Erfolgreiches Theaterfestival in der Spreestadt

08.05.2017 von LN

WILLKOMMEN ANDERSWO hieß das Theaterfestival vom 4. bis 7. Mai 2017, bei dem sich zum ersten Mal Kinder und Jugendliche, mit und ohne Migrationshintergrund, aus ganz Deutschland in Bautzen trafen, um sich an vier Tagen „spielend zu begegnen“. 
130 TeilnehmerInnen aus acht Theatern, neben dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen als bikulturellem Haus: die Kammerspiele München, DeutschesSchauSpielHausHamburg (NEW HAMBURG), das Staatstheater Nürnberg, Theater und Orchester Heidelberg, das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Theater Plauen-Zwickau und das Maxim Gorki Theater Berlin, zeigten die Ergebnisse ihrer intensiven Vorbereitung. 
Acht ganz unterschiedliche Projekte waren auf der Bühne zu sehen – alle beeindruckend und sehr berührend. Schauspiel, Musik, Tanz, Video - die Bandbreite der künstlerischen Mittel war groß. Wenn Sprachen verschieden sind, werden Wege und Mittel gefunden, sich dennoch zu verständigen und dem Zuschauer verständlich zu machen. Eigene Geschichten waren auf der Bühne zu erleben, künstlerisch aufgearbeitet, nah am Nächsten. Wünsche, Hoffnungen, Fragen –  die über Grenzen und  Erfahrungen doch immer gleich sind. Hoffnungsvoll, friedlich und positiv begegneten sich die Teilnehmer aus unterschiedlichen Kulturen und sendeten damit von Bautzen ausgehend, ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. 
Acht ausverkaufte Vorstellungen ließen es an Begeisterung und Zuspruch nicht fehlen. 
Einen großen Raum nahmen der Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden sowie die Diskussion in Nachgesprächen mit dem Publikum ein. In Workshops erhielten die Jugendlichen außerdem praktische Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten und Mittel des Theaters. Den Abschluss bildete eine kritische Podiumsdiskussion am Sonntag. 
In Kooperation mit dem „Centre of Competence for Theatre (CCT)“  der Universität Leipzig diskutierten die Beteiligten in Kolloquien über Chancen und Möglichkeiten theatralischer Mittel bei Integration, kulturellem Austausch und Selbstbestimmung.  Wesentliche Aufgabe des Zentrums ist die Förderung von transkultureller Bildung durch Theater, d.h. Erwerb von Kompetenzen im Umgang mit und unter Fremden durch Theaterspielen. Als Ergebnis des Festivals soll mit Hilfe der Studierenden und „Theater der Zeit“ eine Gesamtdokumentation in Buchform entstehen, die sich an Theaterwissenschaftler und Theaterpädagogen richtet. 
Intendant Lutz Hillmann: „Ich freue mich über den großen Erfolg unseres Festivals,  denn ich glaube, nichts ist besser geeignet als Theater, um den Anderen, vermeintlich Fremden, aber auch sich selbst kennenzulernen. Hier konnten sich alle spielend begegnen. Wir möchten mit dem Festival von Bautzen ausgehend, ein Zeichen für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit setzen. Denn die Oberlausitz hat über die Jahrhunderte, um stark zu werden und zu bleiben, Menschen aller Professionen und Nationalitäten aufgenommen.“ 

Das Festival stand unter der Schirmherrschaft und wurde gefördert von der Staatsministerin für Kultur und Medien des Bundes, Monika Grütters. Unterstützt wurde es vom Landesverband Sachsen im Deutschen Bühnenverein und der Stadt und dem Landkreis Bautzen.